Samstag, 14. Dezember 2019

Dakische Bauten und Befestigungen

Mit dem Dakerreich unter Burebista und später Decebal hatte das römische Imperium einen ernstzunehmenden Gegner: eine aufstrebende, sich rasch entwickelnde Zivilisation. Die Daker sind wiederholt in römisches Territorium eingedrungen. Decebal hat Domitians und später Trajans Truppen jahrelang Widerstand geleistet und ist zeitweise in Offensive gegangen. Was machte ihn so siegessicher?

Sonntag, 10. November 2019

Die Daker (2)

Das Dakerreich hat in der Zeit zwischen der Regierung Burebistas im ersten vorchristlichen Jahrhundert und der Herrschaft Decebals Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts seine Blütezeit erreicht. Wie lebten die Daker?

Samstag, 12. Oktober 2019

Die Daker

Manche Geschichtsdokus erwecken den Eindruck, das römische Imperium hätte mit seinen Legionen halb Europa überrollt und die unterworfenen Völker hätten so gut wie keine Chance gegen die Supermacht gehabt. Tatsächlich aber haben römische Truppen viele schwere Niederlagen in Kämpfen gegen die „Barbaren“ einstecken müssen.

Sonntag, 29. September 2019

Volksversammlungen im alten Rom

In der Antike waren Bürger umso angesehener, je vermögender sie waren. Das lateinische Wort "bonus" bedeutete sowohl finanziell gutgestellt als auch gutgesinnt. Das heutige Wort "Bonität" erinnert ein wenig daran. Aber die finanziell besser Gestellten waren im alten Rom nicht nur gesellschaftlich angesehener, sondern hatten allein schon durch die Gesetzgebung mehr Gewicht bei Abstimmungen und Wahlen.

Samstag, 28. September 2019

Ich lebe keinen Traum

Es gibt immer mal Schwellen im Leben, wo man über die letzten Jahre und über die Zukunft nachdenkt. Ich erinnere mich an einen Sonntagmorgen, als ich meinen Laptop vor mir auf dem Tisch liegen sah und den Panegyrikus Plinius des Jüngeren aufgeschlagen daneben. In meiner Reichweite befanden sich außerdem ein Pott Kaffee, eine Liste mit Haushaltsdingen, die ich erledigen wollte, und die Briefsammlung des Plinius lag auch bereit. Mein Roman über Kaiser Trajan und seine Zeit war veröffentlicht und ich schrieb nun Texte für den Blog. Es war ein Moment, den ich am liebsten festgehalten hätte, was zum Glück nicht möglich ist, denn so große Hände hat man ja nicht. Ich dachte, ich lebe meinen Traum - und empfand doch ganz anders. Ich beschrieb es nur mit den Worten, die mir als erstes einfielen, einem völlig bescheuerten Satz. In Wirklichkeit hatte meine Lebensaufgabe meinen Alltag so durchdrungen, dass es sich selbstverständlich und normal anfühlte. Und das war gut, erfüllend und richtig. Natürlich habe ich auch mal geträumt und tue es auch heute noch. Aber wenn aus Träumen Ziele werden, wird das Ganze greifbarer und schließlich real. Und arbeitsintensiv.

Der Zeitpunkt ist gekommen, hier nicht mehr so häufig Texte zu posten. Morgen veröffentliche ich den letzten September-Text und ab Oktober werde ich etwa einmal pro Monat etwas einstellen. Ich möchte mich immer noch der Geschichte des römischen Imperiums widmen, aber nicht mehr so häufig und intensiv. Denn ich mag Vielseitigkeit im Leben, aber noch größer ist mein Wunsch nach unverplanter Zeit und Langsamkeit, wenn schon nicht beruflich, wo ich wenig Einfluss habe, sondern im Privatleben. Der Lucius Licinius Sura meines Romans würde mich verstehen. Er ist ein wenig wie ich, einer, der das Leben gern genießt. Phasen intensiver Arbeit müssen ruhigere Phasen folgen. Sie sind Voraussetzungen für gute Ideen und wichtig für ein gutes Leben. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen schönen Herbst.

Samstag, 21. September 2019

Sulla, der Glückliche

An der Beschäftigung mit Geschichte fasziniert mich, dass beim genaueren Hinsehen die Dinge vielschichtiger, komplizierter, einfach anders sind, als man allgemein denkt. Wahrscheinlich gilt das nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für andere Themen und das Leben allgemein, aber es ist mir bei der Beschäftigung mit Geschichte zum ersten Mal aufgefallen. Und es trifft auch auf L. Cornelius Sulla zu, einen Mann, dessen Wirken berühmt- berüchtigt ist und den man seit eh und je mit Terror und Schrecken in Verbindung bringt.

Mittwoch, 18. September 2019

Lorbeerwürzwein: Ein Rezept zum Geburtstag Kaiser Trajans

Wer hier regelmäßig liest, weiß vielleicht, dass der 18. September ein besonderer Tag ist: der Geburtstag Kaiser Trajans. Anlässlich dieses Datums habe ich daran gedacht, dass Phaedimus, der Mundschenk bzw. Sommelier – außerdem auch Liktor und Privatsekretär des Imperators - seinem Herrn, der einen guten Trunk liebte, an seinem Ehrentag sicher einen besonderen Tropfen kredenzte.

Lorbeer hatte eine geradezu sakrale Bedeutung; Sieger, Triumphatoren wurden mit Lorbeerkränzen geehrt und in Zeiten, da nur den Kaisern Triumphzüge zustanden, wurde der Lorbeerkranz ein Attribut des Herrschers. Lorbeer ist aber auch Gewürz und wurde in der Antike durchaus auch zum Herstellen von Würz- und Glühwein verwendet. Was liegt also näher, als an Kaisers Geburtstag einen Lorbeer-Würzwein zu servieren?

Mir kam dieser Einfall ziemlich spontan an einem Spätsommertag. Ich hatte keinen Süßwein im Hause, wie ich ihn bei meinen vorweihnachtlichen Versuchen verwendet habe. Lediglich zwei Flaschen Lagrein waren vorrätig. Ich lese gern Krimis mit Lokalkolorit, vorzugsweise solche, die in Urlaubsgegenden angesiedelt sind. Meine Vorliebe für Lagrein resultiert aus der Lektüre von Südtirol-Krimis. Roter Lagrein ist gehaltvoll bzw. charaktervoll, dabei aber angenehm süffig – genau das, was ich bevorzuge. Ein Wein, dem man schon im Glas seine Qualität ansieht, ehe man davon gekostet hat. Somit genau das Richtige für meinen Versuch.

Man nehme für eine Portion:

¼ l trockenen Rotwein, z.B. Lagrein

1 Stange Zimt

Zwei kleine Lorbeerblätter

Zwei Pfefferkörner

Ca. 1 EL Honig

Den Pfeffer im Mörser zerkleinern und die Gewürze am besten in ein Teesäckchen geben. Den Rotwein mitsamt dem Säckchen erhitzen. Zehn Minuten ziehen lassen, danach erneut erwärmen, aber keinesfalls zum Sieden bringen. Nun kann man den Glühwein genießen.

Ich fand, dass nach dieser Prozedur der eher ungewohnte Geschmack des Lorbeers noch erträglich ist. Er passt, finde ich, eher zu Hühnersuppe als zum Glühwein. Aber es ging mir ja um etwas Anderes: die besonderen Umstände, die ein spezielles Rezept hervorbringen. Angenehm fand ich den scharfen Nachgeschmack, kombiniert mit der Süße des Honigs. Diese Geschmackskombination könnte auch den alten Römern gefallen haben.

Diesen „herrschaftlichen“ Glühwein serviert man am besten in einem Lieblingsbecher, einem Souvenir oder – so habe ich es gemacht – einem Einzelstück, das ich in einer Keramikausstellung gekauft habe. Abschließend kann ich nur Plinius den Jüngeren zitieren, der seinem Kaiser schrieb:

„Fortem te et hilarem, imperator optime, et privatem et publice opto.“ Gesundheit und frohen Mut wünsche ich dir, bester Kaiser, persönlich und als Bürger des Staates. (Plinius der Jüngere Briefe, X, 1).

Sonntag, 15. September 2019

Gaius Marius

Mit der gewaltsamen Beendigung der Reformversuche der Brüder Tiberius und Gaius Gracchus war auch die populare Politik in die Schranken gewiesen worden. Doch die Ruhe war trügerisch, und der Konsens der gesellschaftlichen Schichten war erschüttert.

Samstag, 7. September 2019

Aristokratische Reformer (2): Gaius Gracchus

Gaius Sempronius Gracchus war neun Jahre jünger als sein Bruder Tiberius, der im Jahr 133 von politischen Gegnern getötet worden war. Die Brüder gehörten einer der angesehensten und einflussreichsten Familien Roms an. Sie waren Enkel des Hannibal-Siegers Scipio Africanus; ihre Mutter Cornelia war dessen Tochter. Cornelia muss die ideale Verkörperung einer römischen Matrone gewesen sein, aber sie verstand es auch, den Ehrgeiz ihrer Söhne anzustacheln. Was sie und was Gaius beim Tod des Tiberius empfunden haben, kann man nur ahnen. Der Vater war relativ früh gestorben. In einer patriarchalischen Gesellschaft wie dem alten Rom musste in dieser Situation der Bruder derjenige sein, an dem sich Gaius orientierte, zumal der Altersunterschied ziemlich groß war. So soll Tiberius Gaius im Traum erschienen sein und ihm einen ebenfalls gewaltsamen Tod durch politische Gegner prophezeit haben.

Sonntag, 1. September 2019

Aristokratische Reformer (1): Tiberius Gracchus

Die Römische Republik hat von etwa 509 v. Chr. bis 27 v. Chr. bestanden und über einen Zeitraum von über dreihundert Jahren funktioniert. Ihr Ende begann mit den Bürgerkriegen, die einsetzten, als die Reformen der Brüder Gracchus scheiterten. Tiberius Sempronius Gracchus, der ältere der Brüder, lebte von 162 v. Chr. bis 133 v. Chr. Besonders er ist als charismatische Persönlichkeit in die Geschichte eingegangen und sein Andenken wurde vom römischen Volk in Ehren gehalten. Er stammte aus einer der einflussreichsten Familien der römischen Aristokratie. Sein gleichnamiger Vater war Konsul gewesen, seine Mutter war Tochter des Scipio Africanus, des Siegers über Hannibal.

Sonntag, 25. August 2019

Kleopatra

Die ägyptische Königin Kleopatra zählt zu den berühmtesten und geheimnisvollsten Frauengestalten der Antike. Die Überlieferung über sie ist unvollständig. Was die antiken Autoren über sie mitteilen, trägt den Stempel Roms, der Macht, die die Königin besiegte. Die Geschichte der bedeutendsten Persönlichkeiten Roms der damaligen Zeit ist mit jener Frau verknüpft. Schon zu ihren Lebzeiten müssen manche Begebenheiten märchenhaft gewesen sein. Ihr Schicksal hat Romanautoren und Filmemacher beflügelt.

Samstag, 17. August 2019

Caesars Scheitern und die Bewertung seiner Persönlichkeit

Der Biograf Sueton, Zeitgenosse Trajans und Hadrians, würdigt Caesars Leistungen, seine Verdienste als Feldherr und seine charakterlichen Stärken, verurteilt jedoch seine Willkür, seinen Alleinherrschaftsanspruch und die Ehrungen, mit denen er sich schon zu Lebzeiten in die Nähe der Götter rückte. Nun lebte Sueton in einer Zeit, da sich die Monarchie längt in einer absoluten, wenn auch liberal bemäntelten Form etabliert hatte. Sueton gab die Meinung der Oberschicht über den Ahnen der Kaiser wider, nicht mehr und nicht weniger. Hadrian ließ ihn gewähren: sein Kanzleichef war kein ernstzunehmender Konkurrent für ihn.

Sonntag, 11. August 2019

Caesars Weg zur Diktatur und sein Ende

In Rom wird man Caesars Erfolge einerseits bewundert, andererseits mit Sorge betrachtet haben, und die folgenden Ereignisse sollten den Skeptikern Recht geben.

Sonntag, 4. August 2019

Caesars Werdegang bis zum Bürgerkrieg

C. Iulius Caesar stammte aus einer alten Patrizierfamilie. Die Patrizier waren die prestigeträchtigsten Senatoren. Im Senat gab es miteinander konkurrierende Strömungen, konservativen Optimaten und die Popularen (nachlesen), die sich für Reformen einsetzten. Caesar führte seinen Stammbaum auf die römischen Könige und auf die Götter zurück: das Geschlecht der Julier stammte seiner Ansicht nach von Venus ab.

Sonntag, 28. Juli 2019

Diktatoren im alten Rom

Unter einem Diktator verstehen wir einen Politiker, der seine Macht mit Gewalt übernommen hat, der sie gewaltsam und demokratiefeindlich ausübt, den Staat knechtet und an seiner Herrschaft um jeden Preis festhalten möchte.

Sonntag, 21. Juli 2019

Von Augustus zu Trajan und Hadrian

Wie Trajan und Hadrian Augustus beurteilten, ist nicht genau bekannt. Überliefert ist bei Sueton, dass Hadrian ein Bildnis des Augustus besaß. Der Autor selbst hatte es dem Kaiser geschenkt. Als dessen Kanzleichef wird er gewusst haben, dass sein Herr den „ersten“ Princeps schätzte.

Samstag, 13. Juli 2019

Die Leistungen des Augustus

Allgemein ist Augustus als "Friedenskaiser" bekannt. Weniger bekannt ist, dass er der siegreichste Mehrer des römischen Reiches war. Die größten Eroberungen gingen auf ihn zurück. Allerdings leitete er nicht alle Feldzüge selbst. Unter ihm wurde es üblich, dass kein Feldherr außer ihm Triumphe feierte. Siegreiche konsularische Offiziere wurden fortan mit den Triumphalabzeichen ausgezeichnet. Augustus verfolgte durchaus eine expansive Außenpolitik. Einundzwanzig Mal wurde er von seinen Soldaten zum Imperator ausgerufen (Trajan im Vergleich dazu dreizehn Mal). So oft hätte er im Triumph in Rom einziehen können, aber er lehnte in seiner "Bescheidenheit" oft ab.

Samstag, 6. Juli 2019

Augustus - sein politischer Werdegang und Einrichtung des Prinzipats

Während der Zeit, in der Augustus an der Spitze des römischen Staates stand, bildete sich die Herrschaftsform des Prinzipats heraus. Von 30 v. Chr., nachdem er alle politischen Gegenspieler ausgeschaltet hatte, bis zu seinem Tode 14 n. Chr. war er an der Macht und in dieser Zeit gelang es ihm, etwas zu schaffen, woran Caesar gescheitert war.

Samstag, 29. Juni 2019

Augustus - eine Annäherung

Als ich plante, hier im Blog über Augustus zu schreiben, erfasste mich eine besondere Freude und Erwartung. Augustus – der erste Kaiser Roms und bedeutendste Persönlichkeit des römischen Imperiums, einer der erfolgreichsten Staatsmänner der Weltgeschichte – das war ein Thema, in das ich gern eintauchen wollte. Wieder eintauchen, muss ich hinzufügen, denn ich hatte mich früher schon mit römischer Geschichte befasst, habe aber seitdem viel vergessen.

Samstag, 22. Juni 2019

Der Kaiser auf Reisen

Die Reise eines römischen Kaisers war eine Herausforderung, nicht nur für ihn selbst, sondern für alle, die davon betroffen waren. Gewiss unterschieden sich die Bedürfnisse und der Aufwand, die einzelne Herrscher trieben: Neros bizarre Neigungen und seine Verschwendungssucht führte zu Auswüchsen, die es bei Trajans und Hadrians Reisen sicher nicht gab. Dennoch: Kaiser blieb Kaiser. Der Herrscher wurde meist von seiner Familie, seinen Ratgebern, seiner Garde und seinen Bediensteten begleitet. Das waren mehrere tausend Personen. Das Oberhaupt des Imperiums und sein Gefolge mussten so schnell und bequem wie möglich reisen, mussten angemessen untergebracht und verpflegt werden. In vielen Fällen reisten die Herrscher in Begleitung eines Heeres. Feldzüge erforderten immer eine gründliche Planung und einen hohen Aufwand, und die Versorgung der Truppen war das Wichtigste am gesamten Unternehmen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Urlaub und Reisen im alten Rom

Ich gebe es gern zu: Urlaub ist für mich enorm wichtig, und oft sind Urlaubstage mit einer Reise verbunden. Ich mag es, einige Nächte in einem schönen Hotel zu verbringen, im dazugehörigen Restaurant gut zu essen und vielleicht noch Wellnessanwendungen zu buchen. Urlaub in solch modernem Sinne gab es in der Antike nicht.

Samstag, 8. Juni 2019

Kleidung der einfachen Bevölkerung im alten Rom

Die Standardkleidung eines Römers war die Tunika aus normalerweise ungefärbter Wolle, die dem Schnitt eines weiten und verlängerten T-Shirt entsprach. In der Kaiserzeit hatten die meisten Tuniken kurze Ärmel. Es gab auch Tuniken mit langen Ärmeln, aber deren Träger galten als verweichlicht. Eine Untertunika aus Leinen diente als Unterwäsche. Das Tragen von Hosen galt als „barbarisch“ und beschränkte sich eher auf Bewohner nördlicher Provinzen.

Sonntag, 2. Juni 2019

Was hatte er eigentlich an - die Kleidung des Imperators

Das Relief der Trajanssäule in Rom ist sehr durchdacht und programmatisch. Und es zeigt viele realistische Details. Der Kaiser leitet den Feldzug, aber es gibt keine überhöhten Darstellungen, wo er Feinde niederreitet oder gar mit Attributen eines Halbgottes erscheint. Er beobachtet, befiehlt, empfängt Gesandtschaften, hört Meldungen an, zelebriert Opfer und hält Beratungen ab, wird von Provinzialen begrüßt und hält Ansprachen an die Soldaten. Die Darstellung der Ausrüstung, der Bewaffnung, des Nachschubs, des Transports im Krieg sind eine unschätzbare Quelle, und auch für die Art und Weise, wie sich Kaiser Trajan in der Öffentlichkeit zeigte.

Sonntag, 26. Mai 2019

Von Alexander zu Trajan (2)

Alexander der Große wird heute durchaus kritisch betrachtet. In der Antike war er eine Ausnahme-Persönlichkeit, berühmt, schon zu Lebzeiten ein Held, ein Mythos, geradezu ein Halbgott. Er veränderte die damalige Welt und jeder Feldherr musste in ihm ein Vorbild sehen, denn er war ein genialer und mutiger Stratege, selbst waffenerprobt, stark und tapfer. Damals, als das Recht des Stärkeren herrschte, waren ihm Glanz und Ruhm sicher. Seine Eroberungszüge hatten den Nimbus von Heldentaten.

Freitag, 17. Mai 2019

Von Alexander zu Trajan (1)

Im Winter des Jahres 116 spielte sich im Süden Mesopotamiens eine hollywoodreife Szene ab. Kaiser Trajan hatte, ohne auf Widerstand zu stoßen, die parthische Königstadt Ktesiphon erobert. Er fuhr mit einer Flotte den Tigris hinunter bis zum Persischen Golf. Dort verlangte er, aufs Meer hinaus zu fahren. Er sah ein nach Indien segelndes Schiff und beklagte, zu alt zu sein, um wie Alexander der Große nach Indien zu reisen. In Babylon hatte er Alexanders Sterbezimmer aufgesucht und dem makedonischen König ein Opfer dargebracht. Der Kaiser sandte Siegesbotschaften an den Senat, worauf dieser ihm das Recht einräumte, so viele Triumphe zu feiern wie er wollte. Die Erfolge Trajans sollten nicht von Dauer sein. Wie wahrscheinlich jeder Feldherr der Antike, hat Trajan Alexander verehrt und bewundert. Ob er sich ihm ebenbürtig oder sich als sein Nachfolger fühlte, können wir nicht wissen. Persönliche Motive eines römischen Kaisers durften nach offizieller Version kein Grund sein, Kriege zu führen, und wurden daher auch nicht publik gemacht. Ich möchte mich zunächst Alexander dem Großen zuwenden, um die Verehrung seiner Person nachvollziehen zu können.

Sonntag, 12. Mai 2019

Prätorianerpräfekten Kaiser Hadrians

Publius Acilius Attianus, auf den ich im vorigen Text genauer eingegangen bin, und Servius Sulpicius Similis waren in den letzten Jahren Trajans Prätorianerpräfekten, und von Attianus ist bekannt, dass er den Übergang der Herrschaft auf Hadrian aktiv beeinflusste. Auch Similis muss Hadrian treu ergeben gewesen sein, sonst hätte dieser ihn nicht in seine Dienste übernommen.

Sonntag, 5. Mai 2019

Prätorianerpräfekten Kaiser Trajans

Der Prätorianerpräfekt zählte zum engsten Führungskreis des römischen Reiches. Normalerweise amtierten zwei Präfekten, die im Regelfall Ritter waren. Ausnahme war der spätere Kaiser Titus, der als Senator praefectus praetorio seines Vaters Vespasian wurde. Dies war Ausdruck enger Verbundenheit des Kaisers mit seinem älteren Sohn und diente der Stärkung der flavischen Dynastie, die aus einem Bürgerkrieg heraus die Herrschaft übernommen hatte. Auch wuchs Titus an der Seite des Kaisers schon in seine künftige Aufgabe hinein.

Samstag, 27. April 2019

Pompeius Falco, der Senator mit den vielen Namen

Als ich über das Nabatäerreich und Cornelius Palma schrieb, erinnerte ich mich daran, dass ich jenem bedeutenden Mann der trajanisch-hadrianischen Zeit längst einen Text widmen wollte. Denn Falco war im Jahr 105 Statthalter von Iudaea, der Provinz, die unmittelbar ans Nabatäerreich grenzte. Er war damals etwa 35 Jahre alt und bereits ein erprobter Armeeführer. Sein vollständiger Name war Quintus Roscius Coelius Murena Silius Decianus Vibullius Piso Iulius Eurycles Herculanus Pompeius Falco. Er wird öfter als Paradebeispiel für einen ausufernd langen Namen eines römischen Adligen der Kaiserzeit erwähnt.

Samstag, 20. April 2019

Kaiser Trajan und die mittelalterliche Kirche

Trajan gilt bis heute als einer der bedeutendsten römischen Kaiser. Zu Lebzeiten hochgeehrt, nach seinem Tod mit Ehrungen überhäuft, in der Spätantike - schon unter dem Einfluss des Christentums - bewundert, wurde ihm sogar im Mittelalter eine Ausnahmestellung zuteil.

Sonntag, 14. April 2019

Der Trajanstempel in Pergamon

Die kleinasiatischen Städte erlebten die Herrschaft der Kaiser Trajan und Hadrian als eine Zeit des Wohlstands und der Stabilität. Reiche Bürger der Provinz waren in die Oberschicht des Imperiums aufgestiegen und förderten ihre Städte durch Bauten und andere Wohltaten, und es herrschte bald ein gewisser Wettstreit um Loyalitätsbeweise für Rom und die Kaiser. Unter Trajans Herrschaft wurde mit dem Bau eines Tempels begonnen, in dem der „freundliche“ Zeus Philios zusammen mit dem Kaiser verehrt wurde. Auf Münzen, die unter Trajan geprägt wurden, ist das Bildnis des sitzenden Zeus dargestellt, daneben die Statue Trajans. In den Ostprovinzen des Reiches wurden die Cäsaren schon zu Lebzeiten als Götter verehrt. Vermutlich wurden Kaiser und Gott Zeus miteinander gleichgesetzt. Solche Ehrungen bedurften der Genehmigung des Kaisers; die Städte durften nicht eigenmächtig Kaiserstatuen und Tempel errichten. Auch mussten größere Bauten generell genehmigt werden, wie der Briefwechsel Plinius des Jüngeren mit Trajan zeigt. Die Bedeutung des Kaiserkultes für eine zentrale Identität des multikulturellen Imperiums habe ich schon mehrfach erwähnt.

Sonntag, 7. April 2019

Iulius Quadratus Bassus, ein Senator aus Pergamon

Zu Beginn des zweiten Jahrhunderts zählten viele Senatoren aus Kleinasien, der heutigen Türkei, zur Führungselite des Imperiums. Einer von ihnen war C. Iulius Quadratus Bassus, in meinem Roman nur Julius Bassus genannt. Dieser Mann ist nicht identisch mit jenem Julius Bassus, den Plinius der Jüngere um 100 im Senat verteidigte (Briefe IV, 9). Der Freund und Mandant des Plinius wurde in einem Repetundenprozess angeklagt, doch der Senat ging gnädig mit ihm um. Bassus' Vergehen bestand darin, dass er als Statthalter aus Arglosigkeit Geschenke angenommen hatte, was verboten war. Er war damals schätzungsweise 60 Jahre alt. "Mein" Julius Bassus, einer der bedeutendsten konsularischen Offiziere Trajans, war höchstwahrscheinlich sein Sohn und war wohl um 70 geboren worden. Beide Männer stammten wahrscheinlich aus Pergamon.

Sonntag, 31. März 2019

Kaiser Trajan und die Provinz Asia

Die römische Provinz Asia erstreckte sich im Westen der heutigen Türkei und entsprach in etwa dem Königreich Pergamon, das 133 v. Chr. ans römische Reich fiel. Asia war eine reiche Provinz mit mehreren blühenden Städten, deren Ruinen heute noch von ihrem Glanz und Wohlstand in der Antike künden: die Provinzhauptstadt Ephesos, weiterhin Pergamon, Smyrna, Milet, Antiochia von Pisidia. Die Bevölkerung der Städte bestand überwiegend aus Griechen. Jene Griechenstädte waren halbautonom. Die Verwaltungsstruktur Roms bildete den Überbau, aber Privilegien der Städte und Traditionen wurden so weit wie möglich gewahrt. Das Imperium stützte sich in hohem Maße auf die provinziale Oberschicht und integrierte sie, so dass Angehörige der lokalen Elite bis in die Führungsschicht des Imperiums aufsteigen konnten.

Sonntag, 24. März 2019

Pergamon - das Panorama in Berlin

Ein Besuch des Pergamon-Museums ist für mich bei einem Berlin-Aufenthalt obligatorisch. Aber das Museum wird derzeit umgebaut und der berühmte Pergamonaltar ist nicht zugänglich. Gegenüber der Museumsinsel befindet sich das temporäre 360-Grad-Panorama von Yadegar Asisi, das Pergamon im 2. Jahrhundert darstellt, jener Zeit, der mein besonderes Interesse gilt. Als ich davon erfuhr, wollte ich es auf jeden Fall ansehen.

Sonntag, 17. März 2019

Das Nabatäerreich wird römisch

Bereits unter Pompeius (63 v. Chr.) wurde das Nabatäerreich ein abhängiges Klientelkönigreich. Der Versuch des damaligen Statthalters von Syrien, Arabia zu erobern, war gescheitert. Die Nabatäer, der Überlieferung nach ein sehr freiheitsliebendes Volk, schlossen Frieden, den sie sich mit einer Geldzahlung erkauften. Fortan mussten ihre Könige ihre Herrschaft in Rom bestätigen lassen und wurden von Rom überwacht. Durch die Einrichtung von Klientelkönigreichen sicherte sich das Imperium seinen Einfluss über die römischen Provinzen hinaus.

Montag, 11. März 2019

Räuchern

Nachdem ich mich ein wenig mit den Nabatäern und der Weihrauchstraße beschäftigt habe, bekam ich Lust, selbst einmal Weihrauch und Myrrhe in der Hand zu halten und auszuprobieren. Das ist relativ unproblematisch. Räucherware kann man im Internet bestellen und erwirbt am besten gleich ein Räucherstövchen, einen Behälter für ein Teelicht mit einem Metallsieb darüber, worauf man einige Kristalle des Räucherwerks legt. Entzündet man das Teelicht, entströmen bald die sprichwörtlichen Wohlgerüche Arabiens. Weihrauch riecht intensiv und man braucht nur wenige Kristalle, um von dem Rauch umgeben zu werden. Myrrhe duftet dezenter und etwas süßlich.

Sonntag, 10. März 2019

Die Nabatäer

Im Jahr 106 wurde das Reich der Nabatäer ins römische Imperium eingegliedert. Darüber werde ich in einem gesonderten Text schreiben. Wer aber waren die Nabatäer? Meine wichtigste Informationsquelle zu diesem Thema ist "Die Nabatäer" von Udi Levy. Der Autor nähert sich der Geschichte und Kultur jenes Volkes umfassend und auch unter spirituellen Aspekten. Jedem, der mehr zum Thema erfahren möchte und einer solchen Herangehensweise nicht abgeneigt ist, kann ich das Buch empfehlen; es geht viel tiefer als eine rein historische Betrachtung.

Montag, 4. März 2019

Der römische Vorname

Ich muss mich selbst rügen, weil ich die Vornamen von Persönlichkeiten aus dem alten Rom manchmal ausgeschrieben und manchmal abgekürzt habe. Letzteres ist auf römischen Inschriften, aber auch in Fachbüchern üblich. Der Vorname eines Römers war nicht der wichtigste Bestandteil seines Namens und weder originell noch individuell. Es gab nur wenige gebräuchliche Vornamen.

Sonntag, 3. März 2019

Cornelius Palma, der Sieger von Arabia

Im Zeitraum 105-106 n. Chr. wurde das Nabatäerreich mit seinem Zentrum Petra vom römischen Imperium annektiert und in eine Provinz umgewandelt. Ein einziger Satz in dem auszugsweise überlieferten Geschichtswerk des Cassius Dio kündet - neben Münzen, die aus diesem Anlass geprägt wurden, von diesem militärischen Ereignis. Ausführender Feldherr dieses Unternehmens war der damalige Statthalter der Provinz Syria, Aulus Cornelius Palma Frontonianus.

Sonntag, 24. Februar 2019

C. Bruttius Praesens und die Pausen in seiner Laufbahn

C. Bruttius Praesens Fulvius Rusticus wurde um 70 n.Chr. geboren, war also etwas älter als der 76 geborene Hadrian, mit dem ihm eine Freundschaft verband. Bereits als junger senatorischer Tribun, etwa zwanzigjährig, zeichnete er sich in den Donaukriegen Domitians aus. Er diente in der von Domitian aufgestellten und der flavischen Dynastie treu ergebenen Legion Minervia. Später, wahrscheinlich noch unter Domitian, wurde er Quästor in der Provinz Baetica. Vielleicht lernte er in dieser Zeit Hadrian kennen, der von Trajan in die Heimat geschickt worden war, um dort in den paramilitärischen Jugendverbänden zu trainieren.

Sonntag, 17. Februar 2019

Decimus Iunius Iuvenalis

Juvenal, welcher der Nachwelt 16 Satiren hinterließ, wurde vielleicht um 60 geboren und starb während Hadrians Herrschaft. Über seine Herkunft und sein Leben ist so gut wie nichts bekannt. Er war ein Freund Martials.

Dienstag, 12. Februar 2019

Das Kelten-Römer-Museum Manching

Als Dresdnerin lebe ich in einer Gegend, wo es kaum Museen mit Exponaten aus der Römerzeit gibt. Der Limes ist einige hundert Kilometer entfernt, und man muss quer durchs Land reisen, um an Orte zu gelangen, die schon in der Antike von Bedeutung waren. Am Wochenende waren wir in Bayern und hatten Gelegenheit, das Kelten-Römer-Museum in Manching bei Ingolstadt zu besichtigen.

Sonntag, 10. Februar 2019

Marcus Valerius Martialis

Marcus Valerius Martialis, geboren um 40 n. Chr. in Bilbilis (Spanien), war einer der erfolgreichsten Dichter im antiken Rom. Als junger Mann schloss er sich vornehmen Landsmännern, Seneca und dessen Neffen Lucanus, an. Möglicherweise verdankte er ihnen den Aufstieg in den Ritterstand. Aber es dauerte nicht lange, und seine Gönner wurden vom Kaiser Nero in den Tod getrieben. Der literarisch talentierte Martial musste sich andere Patrone suchen.

Montag, 4. Februar 2019

Ein Hadrian-Porträt

Mein erster Versuch, Hadrian zu zeichnen. Hier habe ich über Trajan und Hadrian gebloggt.

Samstag, 2. Februar 2019

Hatra und Trajans Scheitern

Hatra befindet sich im nördlichen Mesopotamien im heutigen Irak, 50 Kilometer westlich des Tigris. Die Ruinen der Stadt zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO, wurden aber, ebenso wie die von Palmyra, durch den IS schwer beschädigt. Das antike Fürstentum war Zentrum der umliegenden Landschaft, der Hatrene. Es gehörte zum Einflussbereich des Partherreiches. Als Trajan mit seinem Heer im Jahr 115 durch Nordmesopotamien zog, schickte Ma'nu, Fürst von Hatra, Gesandte zu ihm. Trajan misstraute ihm jedoch, da er im Jahr zuvor dem Königreich Adiabene im Kampf gegen römische Truppen beigestanden hatte. Nach Cassius Dio war das damalige Hatra "weder groß, noch bedeutend". Sein Aufschwung hatte gerade erst begonnen. Nachdem das Nabatäerreich 105/106 annektiert und in eine römische Provinz umgewandelt worden war, verlagerte sich der Fernhandel zwischen Indien und dem Mittelmeerraum nach Mesopotamien. Palmyra und Hatra wurden Stationen des Handels und kontrollierten die Straßen nach Südmesopotamien und zum Persischen Golf. Vielleicht verfolgte Trajan das Ziel, auch diesen Handelsweg unter römische Kontrolle zu bringen. Indirekt hat er dem Ort zum Aufschwung verholfen, an dem er selbst scheitern sollte.

Montag, 28. Januar 2019

dies imperii: Regierungsantritt Kaiser Trajans vor 1.921 Jahren

Heute vor 1.921 Jahren wurde Kaiser Trajan Herrscher über das römische Imperium. Drei Monate lang war er Mitregent des Kaisers Nerva gewesen, der sich gezwungen sah, seine Position durch eine Adoption zu stärken.

Sonntag, 27. Januar 2019

Palmyra, Zentrum des Handels zwischen Rom und dem Orient

Die Oase Tadmur im heutigen Gouvernement Homs in Syrien war schon steinzeitlichen Jägern und Sammlern bekannt. Im zweiten Jahrtausend v.Chr. wurde der Ort bereits in Keilschriftentexten erwähnt. Bis heute heißt er Tadmur oder Tadmor, und erst ab dem 1.nachchristlichen Jahrhundert ist er unter dem Namen Palmyra bekannt. Palmyra ist eine der beeindruckendsten Ruinenstätten des Nahen Ostens. Man kann hoffen, dass sie, deren Ruinen Jahrtausende überdauert haben, den Barbareien des 21. Jahrhunderts nicht völlig zum Opfer fällt.

Sonntag, 20. Januar 2019

Das Erdbeben in Antiochia im Dezember 115

Die Quelle für jene Ereignisse ist das Geschichtswerk des Cassius Dio, der im dritten Jahrhundert lebte und dessen Werk auszugsweise überliefert ist. Während des Partherkrieges im Zeitraum 114-117 hielt sich Kaiser Trajan wiederholt in Antiochia auf, der Hauptstadt der römischen Provinz Syria.

Sonntag, 13. Januar 2019

Antiochia am Orontes, eine antike Großstadt

Antiochia am Orontes wurde 300 v. Chr. durch die Seleukiden gegründet. Das heutige Antakya liegt in der Türkei. Das antike Antiochia war eine der bedeutendsten Städte des Mittelmeerraumes und hatte in der römischen Kaiserzeit etwa 500.000 Einwohner. Pompeius Magnus richtete 64 v. Chr. die römische Provinz Syria ein, und Antiochia wurde Provinzhauptstadt.

Donnerstag, 10. Januar 2019

Porträt einer Kaiserin

Ich habe die Kaiserin Plotina gezeichnet und hier könnt ihr Einiges über sie erfahren.

Sonntag, 6. Januar 2019

Kaiser Trajan und Ignatius von Antiochia

Ignatius war Bischof in der antiken Metropole Antiochia am Orontes. In der Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea wird er als der dritte Bischof und Nachfolger des Apostels Petrus erwähnt. Weiterhin erzählt die Kirchengeschichte, Ignatius sei unter Kaiser Trajan im Zeitraum 107/108 verhaftet und nach Rom gebracht worden, wo er den Märtyrertod im Kolosseum starb. Andere Theologen sprechen sich für den Tod des Bischofs in den letzten Jahren Trajans (110-117) aus. Einige Historiker sind wiederum der Meinung, Ignatius wäre erst nach dem Tod Hadrians oder noch später umgekommen.