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Samstag, 20. Januar 2024

Er hatte mehrere Vorbilder

Das Forum Traiani war nach seiner Fertigstellung der prachtvollste öffentliche Platz im Rom der Antike. Karl Strobel kommt in seinem sehr lesenswerten Buch „Kaiser Trajan“ zu dem Schluss, dass sich Trajan zu dem Zeitpunkt, als seine Macht gefestigt war – und das war spätestens nach den siegreichen Dakerkriegen der Fall – in der Gestaltung seines Forums, seiner Siegessäule und auch allgemein an Caesar als Vorbild orientierte, während sich Hadrian „im Gegensatz dazu“ als Nachfolger des Augustus sah. Für diesen Bezug auf Augustus spricht eine Anmerkung in der Hadrian-Biografie der Historia Augusta.

Sonntag, 15. Januar 2023

Auf Messers Schneide: Der Wendepunkt im Partherkrieg

Im Dakerkrieg Kaiser Trajans gab es kritische Momente. Schon damals waren die Kräfte des römischen Imperiums aufs Äußerste beansprucht. Dennoch endete eine lange Phase der Auseinandersetzungen zwischen Rom und Dakien mit einem Sieg der Römer; das Reich des Decebal wurde zerschlagen und Dakien wurde römische Provinz – eine der letzten großen Eroberungen Roms.

Sonntag, 4. Juli 2021

Das römische Imperium unter Claudius

Im Jahr 48 ließ Claudius einen Zensus durchführen, eine Volkszählung, in der römische Bürger erfasst wurden. Das Ergebnis war beachtlich: es gab eine Million Bürger mehr als noch unter Augustus. Der Grund dafür waren Gründungen von Kolonien und Bürgerrechtsverleihungen an Provinziale. Claudius soll auch durchgesetzt haben, dass Hilfstruppensoldaten nach ihrer Entlassung aus dem Dienst das römische Bürgerrecht bekamen.

Samstag, 12. Juni 2021

Claudius - Jahre im Hintergrund

Er hieß mit vollständigem Namen Tiberius Claudius Nero Germanicus und wurde am 1. August des Jahres 10 v. Chr. In Lugdunum (Lyon) geboren. Sein Vater war Drusus, der ältere Bruder des Tiberius und Sohn der Livia Drusilla, seine Mutter war Antonia, Tochter des Marcus Antonius und der Octavia, Schwester des Kaisers Augustus. Claudius war der jüngere Bruder des beliebten Germanicus. Während Germanicus geradezu prädestiniert war für öffentliche Auftritte, traf das auf Claudius nicht zu. Er war leicht körperbehindert, ohne dass die Ursache bekannt ist.

Sonntag, 25. Oktober 2020

Diogenes, die Kyniker und die philosophische Opposition im alten Rom

Unter den vielen beeindruckenden Bildern in der Gemäldegalerie „Alte Meister“ hier in Dresden befindet sich eines, das ich Besuchern besonders ans Herz legen möchte: „Diogenes mit der Laterne, auf dem Markte Menschen suchend“ von Jacob Jordaens, einem flämischen Maler des Barock. Dieses Gemälde vermittelt einen intensiven Einblick in die Philosophie und Persönlichkeit des Diogenes. Er ist der wohl bekannteste Kyniker. Ein Kyniker ist kein Zyniker, obwohl beide Begriffe sprachlich verwandt sind. Kynikern und Zynikern ist wohl ihr Skeptizismus gemeinsam, aber mehr fällt mir nicht ein.

Samstag, 23. Mai 2020

Flottenstützpunkt Misenum

Wie differenziert die antike Schifffahrt war, gerät manchmal ein bisschen in den Hintergrund – zu Unrecht. Die Römer haben Schiffbau und Seefahrt nicht erfunden, sondern vieles bei Seefahrernationen wie den Karthagern und Griechen abgeschaut. Und obwohl die Marine nicht annähernd die Bedeutung wie das Landheer erlangte, war sie doch wichtig und wurde wie die gesamte römische Ordnung mit System und Pragmatismus organisiert. Das Thema begeistert mich immer wieder aufs Neue und ich habe hier schon im Beitrag „Zur See“ darüber gebloggt. Jedem Interessierten kann ich das Museum für Antike Schifffahrt in Mainz empfehlen, natürlich auch die unten erwähnte Literatur.

Samstag, 16. Mai 2020

Antike Katastrophen, Umgang damit und Bewertung

Hätte sich jemand in der Antike den Menschen entgegengestellt, die angesichts der Katastrophe aus Pompeji und Herculaneum flohen, und ihnen zugerufen, dass die Krise auch eine große Chance sei, hätten sie ihm mindestens eine runtergehauen, und zu Recht. Aber ein modernes Virus lässt die Menschenfischer des Internets zur Hochform auflaufen. Ich muss mir selber immer wieder klar machen, dass diese Leute Kunden akquirieren. Das relativiert einige Geschmacklosigkeiten.

Sonntag, 19. April 2020

Antoninus Pius

Titus Aurelius Fulvus Boionius Arrius Antoninus wurde am 19. September 86 bei Lanuvium (heute Lanuvio) in Latium geboren. Doch erst 138, im Alter von 52 Jahren, wurde er Kaiser. Auch M‘. Laberius Maximus stammte aus Lanuvium. Es ist anzunehmen, dass man einander kannte. Die Familie des Vaters und Großvaters des Antoninus, die Aurelii, stammten aus Nemausus in Gallien, dem heutigen Nîmes. Da liegen freundschaftliche oder gar verwandtschaftliche Beziehungen zur Kaiserin Plotina nahe, die ebenfalls aus Nîmes stammte. Doch Genaueres lässt sich nicht sagen, da nicht einmal der Name ihres Vaters vollständig bekannt ist.

Sonntag, 15. März 2020

Vigintivirat und Quästur

Mit "cursus honorum" ist die senatorische Ämterlaufbahn im alten Rom gemeint. Auch die Ritter durchliefen Ämter, aber es waren eher militärische Laufbahnen. Die Laufbahn eines Senators konnte von Senatorensöhnen angestrebt werden, aber auch von Rittern, die in den Senat aufsteigen wollten.

Sonntag, 1. März 2020

Der Triumph

Nach beiden Dakerkriegen feierte Kaiser Trajan einen Triumph. Der Triumphzug war weit mehr als eine Feier, bei der sich der Feldherr zujubeln ließ und seine Beute präsentierte. Es war ein uralter, an etruskische Traditionen anknüpfender politischer und heiliger Akt - und natürlich auch ein Volksfest. Im wunderschön und farbig bebilderten Jugendbuch "Die römische Arme" von Peter Conolly ist der Triumphzug des Titus über die Juden auf einer Doppelseite dargestellt. Ich kann dieses Buch auch interessierten Erwachsenen ans Herz legen.

Sonntag, 5. Mai 2019

Prätorianerpräfekten Kaiser Trajans

Der Prätorianerpräfekt zählte zum engsten Führungskreis des römischen Reiches. Normalerweise amtierten zwei Präfekten, die im Regelfall Ritter waren. Ausnahme war der spätere Kaiser Titus, der als Senator praefectus praetorio seines Vaters Vespasian wurde. Dies war Ausdruck enger Verbundenheit des Kaisers mit seinem älteren Sohn und diente der Stärkung der flavischen Dynastie, die aus einem Bürgerkrieg heraus die Herrschaft übernommen hatte. Auch wuchs Titus an der Seite des Kaisers schon in seine künftige Aufgabe hinein.

Sonntag, 31. März 2019

Kaiser Trajan und die Provinz Asia

Die römische Provinz Asia erstreckte sich im Westen der heutigen Türkei und entsprach in etwa dem Königreich Pergamon, das 133 v. Chr. ans römische Reich fiel. Asia war eine reiche Provinz mit mehreren blühenden Städten, deren Ruinen heute noch von ihrem Glanz und Wohlstand in der Antike künden: die Provinzhauptstadt Ephesos, weiterhin Pergamon, Smyrna, Milet, Antiochia von Pisidia. Die Bevölkerung der Städte bestand überwiegend aus Griechen. Jene Griechenstädte waren halbautonom. Die Verwaltungsstruktur Roms bildete den Überbau, aber Privilegien der Städte und Traditionen wurden so weit wie möglich gewahrt. Das Imperium stützte sich in hohem Maße auf die provinziale Oberschicht und integrierte sie, so dass Angehörige der lokalen Elite bis in die Führungsschicht des Imperiums aufsteigen konnten.

Montag, 4. März 2019

Der römische Vorname

Ich muss mich selbst rügen, weil ich die Vornamen von Persönlichkeiten aus dem alten Rom manchmal ausgeschrieben und manchmal abgekürzt habe. Letzteres ist auf römischen Inschriften, aber auch in Fachbüchern üblich. Der Vorname eines Römers war nicht der wichtigste Bestandteil seines Namens und weder originell noch individuell. Es gab nur wenige gebräuchliche Vornamen.

Sonntag, 10. Februar 2019

Marcus Valerius Martialis

Marcus Valerius Martialis, geboren um 40 n. Chr. in Bilbilis (Spanien), war einer der erfolgreichsten Dichter im antiken Rom. Als junger Mann schloss er sich vornehmen Landsmännern, Seneca und dessen Neffen Lucanus, an. Möglicherweise verdankte er ihnen den Aufstieg in den Ritterstand. Aber es dauerte nicht lange, und seine Gönner wurden vom Kaiser Nero in den Tod getrieben. Der literarisch talentierte Martial musste sich andere Patrone suchen.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Die Flavier: Domitian

Die antiken Quellen, deren Verfasser der Oberschicht angehörten, verurteilen Domitian als einen Tyrannen vom gleichen Schlag wie Caligula und Nero. Aber auch sie gaben zu, dass der dritte flavische Kaiser das Reich sorgfältig verwaltete, gewissenhaft Recht sprach und beim Heer beliebt war. Selten arbeiteten die Beamten so ehrlich und uneigennützig wie unter Domitian. Moderne Historiker betrachten seine Regierung differenziert, sind skeptisch gegenüber den Tyrannen-Klischees, die nachträglich über den Kaiser verbreitet wurden. Aber gerät man unweigerlich ins Psychologisieren, wenn man versucht, seine Persönlichkeit zu erfassen.

Sonntag, 21. Oktober 2018

Die Flavier: Titus

Titus Flavius Vespasianus, der Sohn Kaiser Vespasians, wurde am 30. Dezember 39 geboren. Die Familie lebte in relativ einfachen Verhältnissen. Als Vespasian unter Claudius Karriere machte, wurde Titus zusammen mit Britannicus, dem Sohn des Kaisers, erzogen. Die Quellen beschreiben ihn als vielseitig talentiert und liebenswürdig. Bei Hofe war ihm eine vorzügliche Erziehung und Ausbildung sicher. Vermutlich hat auch Caenis, die Gönnerin und Geliebte Vespasians, darauf Einfluss genommen.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Die Flavier: Vespasian

"Die Flavier" von Hermann Bengtson ist eine der wenigen umfassenden Darstellungen jener Dynastie und trotz der widersprüchlichen Persönlichkeit des Verfassers empfehlenswert - im Unterschied zu Auszügen aus dem Werk Suetons, die zwar als Quelle ihren Wert haben, aber kritisch betrachtet werden sollten. Bereits im Vorwort schrieb Bengtson: "Traian steht auf den Schultern seiner Vorgänger, in manchen Einzelheiten hat er an die Flavier wieder angeknüpft".

Sonntag, 8. Juli 2018

Romanschauplatz Lanuvium

Lanuvium, heute Lanuvio, liegt 34 Kilometer südöstlich von Rom in Latium. Der Ort ist auf einem Ausläufer der Albanerberge erbaut. Man hat von dort aus einen schönen Ausblick bis zum Meer. Ein wahrhaft idyllischer Ort und bereits in der Antike bedeutsam durch mehrere Tempel, vor allem den der Göttin Juno. Ich war leider noch nicht dort, kann mir den Ort aber mit Hilfe zahlreicher Fotos relativ gut vorstellen. Die Familie des Laberius Maximus, einer meiner Hauptfiguren, stammte von dort.

Samstag, 19. Mai 2018

Römische Thermen

Kürzlich verbrachte ich einige Stunden in einer Therme im Elbsandsteingebirge. Ich brauchte Abstand, auch vom Romanprojekt und verschiedenen Persönlichkeiten vergangener Zeiten. Und während ich mich im warmen Wasser ausstreckte und die Seele baumeln lassen wollte, kam mir die Frage in den Sinn: Wer hat es erfunden? Und schon war ich wieder mitten im Thema.

Die Badekultur der alten Römer ist fast schon sprichwörtlich. Die ersten Mietbäder entstanden in Rom Ende des zweiten und im ersten Jahrhundert vor Christus. Jene Bäder wurden von Unternehmern betrieben und der Eintritt war so preiswert, dass sich das Baden zum alltäglichen Vergnügen aller Schichten der Bevölkerung entwickelte. Mitunter konnte man sogar kostenlos baden.

Große Thermen, die unseren heutigen Spaß- und Wellnessbädern nicht nur entsprachen, sondern diese an Pracht und Ausstattung sogar übertrafen, entstanden in der Kaiserzeit. Die ersten nachweislich kaiserlichen Thermen ließ Trajan erbauen. Höchstwahrscheinlich stammten die Entwürfe von Apollodorus, dem Chefarchitekten des Imperators.

Ein Feuer hatte Teile des "Goldenen Hauses" des Kaisers Nero auf dem Esquilin zerstört. Auf den Erdgeschossräumen des ehemaligen Palastes wurden die Thermen Trajans gebaut. Römische Thermen bestanden aus Kaltwasserbad, einem Bad mit lauwarmen Wasser und einem Schwitzbad. Zusätzlich gab es Umkleideräume, Ruheräume, Sportplätze, Speiseräume, Getränkeausschank und dienstbares Personal vom Sklaven, der gegen Bezahlung auf die Kleidung aufpasste bis hin zum Masseur und Friseur. Man konnte gut mehrere Stunden in den Thermen verbringen. Auch reiche, vermögende Römer gingen in die öffentlichen Bäder, um sich sehen zu lassen und Bekannte zu treffen. Sogar die Kaiser badeten gelegentlich in der Öffentlichkeit, und auch Sklaven suchten die Thermen auf. Man kann sich die Thermen als einen ausgedehnten Komplex aus überdachten und nicht überdachten Bereichen vorstellen, in deren Zentren sich meist Kuppeln befanden. Fenster sorgten für Helligkeit, und die Wände der Räumlichkeiten waren mit Marmor verkleidet. Wände und Fußböden wurden beheizt. Das Wasser wurde von Aquädukten in die Stadt gebracht. Die Thermae Traiani wurden von zwei Aquädukten versorgt. Es gab große Wasserspeicher unweit der Thermen. Nero hatte mit seinem Luxusanwesen inmitten der Stadt Ärger erregt, und Trajan gab einen Teil des Geländes an die Öffentlichkeit zurück.

Neben Trajan ließen auch Agrippa, Titus, Caracalla, Diokletian und Konstantin Thermen bauen. Die Ruinen der Caracalla-Thermen in Rom haben mich stärker beeindruckt als das Kolosseum. Man kann die Pracht und Schönheit des ursprünglichen Komplexes nur noch ahnen, aber allein die Überreste sind gewaltig und faszinierend. Mein Geheimtipp ist die Terme Taurine bei Civitavecchia: sehr sehenswert und gut erhalten. Der Ort (römisch Centumcellae) steht in Zusammenhang mit Kaiser Trajan. Er besaß dort ein Landgut und ließ einen Hafen errichten. Plinius der Jüngere erwähnt beides in seiner Briefsammlung (VI, 31).

Literatur:

Peter Conolly "Die antike Stadt", Könemann Verlagsgesellschaft, Köln 1998, ISBN 3-8290-1104-0

Sonntag, 15. April 2018

Der römische Name

Der Text vom vergangenen Wochenende erinnerte mich daran, dass ich schon längst auf römische Namen näher eingehen wollte. Lucius Julius Ursus Servianus war von Lucius Julius Ursus adoptiert worden: Man sieht sogleich den Zusammenhang und es handelt sich hierbei um ein klassisches Beispiel, wie sich der Name eines Römers durch Adoption veränderte.

In der der Kaiserzeit trug jeder römische Bürger drei Namen: praenomen/Vorname (Gaius), nomen gentile/Name der Sippe bzw. des Geschlechts (Julius) und cognomen/Familien- bzw. Individualname (Caesar). Es gab nur wenige gebräuchliche römische Vornamen, so Gaius, Marcus, Lucius, Tiberius, Gnaeus. Einige Vornamen entsprachen Ordnungszahlen wie Quintus (der Fünfte), Sextus (der Sechste) - die Söhne wurden einfach nummeriert. Manche Vornamen waren geradezu typisch für ein Geschlecht und wurden von Generation zu Generation weiter vererbt. Kam jedoch ein Familienmitglied auf die schiefe Bahn und wurde zum Staatsfeind, wurde dessen Vorname nicht mehr benutzt. Der Individualname leitete sich oft von einer körperlichen Eigentümlichkeit ab: Crassus - dick , Longus - groß.

Frauen trugen in der Kaiserzeit nomen gentile mit weiblicher Endung und einen angehängten Individualnamen, der sich oft von dem der Mutter oder des Vaters ableitete: Ulpia Marciana, die Schwester Trajans, war vermutlich Tochter einer Marcia. Salonia Matidia, die Tochter der Marciana, hieß nach ihrem Vater Salonius Matidius.

Sklaven erhielten bei ihrer Freilassung praenomen und nomen gentile ihres Herrn und fügten ihren eigenen, fremdländischen Namen als cognomen hinzu: Marcus Ulpius Phaedimus, der Mundschenk Kaiser Trajans, war dessen Freigelassener.

Viele Ehen blieben kinderlos, und deshalb war die Adoption eine gängige Methode, um Beziehungen zu knüpfen und Vermögen und Prestige zu vererben. Besonders in der Oberschicht wurden oft schon erwachsene Männer adoptiert, die praenomen, nomen gentile und cognomen des Adoptierenden übernahmen und ihren eigenen cognomen mit dem Zusatz -an hinzufügten. Servianus war vermutlich vor seiner Adoption durch Lucius Julius Ursus ein Servius.

Marcus Ulpius Trajanus, der spätere Kaiser, trug seinen Namen mindestens in zweiter Generation: Er hieß exakt so wie sein Vater. Tatsächlich könnte aber einer seiner Ahnen adoptiert worden sein. Im archäologischen Museum von Sevilla befindet sich der Rest einer Inschrift für einen Marcus Trahius, der möglicherweise einer der Vorfahren des Imperators war. Als Kaiser nannte sich Trajan Imperator Caesar Nerva Trajanus Augustus, nahm also cognomen seines Adoptivvaters Nerva wie auch das eigene in die Titulatur auf.

Auch andere Angehörige der Oberschicht hatten zu dieser Zeit bereits zahlreiche Namen, die durch familiäre Beziehungen und Adoption zusammengekommen waren. Beispiele sind Gnaeus Pinarius Aemilius Cicatricula Pompejus Longinus, Senator und Feldherr unter Trajan, sowie Quintus Roscius Coelius Murena Silius Decianus Vibullius Pius Iulius Eurycles Herculanus Pompeius Falco, Senator und Offizier unter Trajan und Hadrian. Für Historiker sind all die Namen interessant und lassen Schlüsse über Herkunft und Verwandtschaftsbeziehungen jener Personen zu.

Wie wurde der Römer aber nun angeredet? Vermutlich mit dem cognomen: Plinius der Jüngere, mit vollständigem Namen Gaius Plinius Caecilius Secundus, wurde mit "Secundus" angesprochen. Unter Freunden und innerhalb der Familie wurden wahrscheinlich auch Vornamen verwendet. Einer der wenigen Römer, der unter seinem praenomen in die Geschichte einging, war Kaiser Titus. Dessen Vorname funktionierte als Unterscheidungsmerkmal zu seinem Vater, wenn man jenen auf sein cognomen reduzierte. Vespasian trug die gleichen drei Namen wie sein erstgeborener Sohn: Titus Flavius Vespasianus.

Literatur:

Georg Ürögdi: "Reise in das Alte Rom", Prisma-Verlag Leipzig, 1966