Freitag, 22. Mai 2026

Kaiser Trajan in Bildern – und welche Haarfarbe hatte er?

Obwohl Kaiser Trajan selbst äußerte, Genehmigungen zum Aufstellen seiner Bildnisse sparsam zu erteilen, gibt es viele Porträts von ihm: Statuen, Büsten, Münzbilder, Reliefs, die ihn zeigen, so das Reliefband seiner Siegessäule in Rom.

Donnerstag, 18. September 2025

Zum Geburtstag Kaiser Trajans: ein Oliven- Walnuss-Brot

Anlässlich des Geburtstags Kaiser Trajans habe ich – an Stelle eines Kuchens – ein Brot gebacken. Dazu habe ich mein Lieblingsbrotrezept ein wenig abgewandelt.

Man benötigt:

350 g Weizenmehl 150 g Roggenmehl 2 EL weißen Balsamico 2 TL Salz 1 TL Honig 1 TL Backmalz 240 ml warmes Wasser Sauerteig oder 10 g frische Hefe Brotgewürz bzw. Gewürz nach Wunsch Eine Hand voll schwarze Oliven, entsteint Eine Hand voll Walnüsse, kleingehackt

Verwendet man Sauerteig, muss der Teig mindestens fünf Stunden gehen. Bei Hefe geht es schneller - 1 1/2 bis 2 Stunden. Das Brot backe ich in einer gusseisernen Form 50 Minuten im vorgeheizten Gasherd, Backofen Stufe 5 – nach 40 Minuten nehme ich den Deckel ab. Dieses Rezept ist nicht vollständig antik, Roggenmehl wurde im alten Rom nicht verwendet, wie es mit Backmalz war, weiß ich nicht, und Joghurt war in Rom auch nicht so bekannt. Man könnte stattdessen aber auch Milch verwenden. Ich backe mit Sauerteig. Für dieses Brot hatte ich einen gehäuften Teelöffel Brotgewürz und einen gehäuften Teelöffel Kräuter der Provence verwendet, würde aber stattdessen lieber einen guten Esslöffel Brotgewürz nehmen, die mediterranen Kräuter schmeckt man kaum.

Für die Oliven habe ich mich entschieden, weil die Provinz Baetica, aus der Trajan stammte (ungefähr das heutige Andalusien) Hauptanbaugebiet für Oliven war. Auch heute gibt es dort noch viele Olivenbäume. Walnüsse wurden geschätzt und galten als Früchte Jupiters.

Ich habe noch mehr gebacken: helle Käsebrötchen, Roggenbrötchen, zwei Baguettebrötchen und das Meiste davon wurde erstmal eingefroren.

Heute ist ein besonderer Tag; ich denke an einen der bedeutendsten Kaiser Roms und einen Politiker, vor dem ich Respekt habe. Und er war ein Sympathischer unter den Großen.

Mittwoch, 18. September 2024

Heute vor 1.971 Jahren...

Blumen, Weihrauch und Lorbeer zum Geburtstag des Optimus Princeps

Samstag, 20. Januar 2024

Er hatte mehrere Vorbilder

Das Forum Traiani war nach seiner Fertigstellung der prachtvollste öffentliche Platz im Rom der Antike. Karl Strobel kommt in seinem sehr lesenswerten Buch „Kaiser Trajan“ zu dem Schluss, dass sich Trajan zu dem Zeitpunkt, als seine Macht gefestigt war – und das war spätestens nach den siegreichen Dakerkriegen der Fall – in der Gestaltung seines Forums, seiner Siegessäule und auch allgemein an Caesar als Vorbild orientierte, während sich Hadrian „im Gegensatz dazu“ als Nachfolger des Augustus sah. Für diesen Bezug auf Augustus spricht eine Anmerkung in der Hadrian-Biografie der Historia Augusta.

Sonntag, 7. Januar 2024

Ein Kaiser ohne Kindheit?

Über Trajans Jugendzeit gibt es vereinzelte, sparsame, verklärende Zeilen im Panegyricus des Plinius. Ich habe das immer als sehr schade empfunden. Als ich dem Kaiser einen Roman widmen wollte, war mein wichtigstes Ziel, ihn menschlich nahe rücken zu lassen. Denn folgt man der Überlieferung, gelingt das kaum. Es fehlt an echten, menschlichen Notizen in seinem Leben, an solchen, die nicht in das Bild passen, das die Öffentlichkeit von ihm haben sollte, oder die zumindest ein wenig davon abwichen.

Sonntag, 19. Februar 2023

Antakya war Antiochia - die Menschen brauchen Hilfe

Das schreckliche Erdbeben in der Türkei und in Syrien erinnert mich daran, dass die Region schon in der Antike gefährdet und wiederholt von Erdbeben betroffen war. Das antike Antiochia am Orontes zählte zu den bedeutendsten Städten des Mittelmeerraumes. Als Kaiser Trajan Krieg gegen das Partherreich führte, war Antiochia seine Residenz. Da sich der römische Kaiser mitsamt seinem Gefolge dort aufhielt, war die Stadt im Dezember 115 von Menschen überfüllt, denn auch Gesandtschaften, Kaufleute und Touristen waren dort zusammengekommen. Zu diesem Zeitpunkt ereignete sich ein Erdbeben, das viele Opfer forderte. Unter ihnen war ein römischer Konsul. Trajan selbst konnte sich aus dem Palast retten und war nur leicht verletzt. Die Schilderungen des Historikers Cassius Dio haben einiges mit den Nachrichten aus dem aktuellen Erdbebengebiet gemeinsam.

Über die Aktion „Deutschland hilft“ kann man direkt spenden.

Über Antiochia sowie das Erdbeben im Jahr 115 habe ich hier im Blog schon geschrieben.

Samstag, 11. Februar 2023

Trajans letzte Affäre?

Die Stadt Sanliurfa oder Urfa in der südlichen Türkei wurde von den Seleukiden neu gegründet und Edessa genannt. Darum bildete sich das kleine Königreich Osrhoene, das unter den Römern zunächst unabhängig war, später aber Klientelkönigreich der Parther wurde. Die bekannten Könige trugen den Namen Abgar, so auch der König, der Trajan zunächst zu seinen Erfolgen im Partherkrieg beglückwünschte und ihm Geschenke zusandte. Er erschien aber nicht selbst vor dem Kaiser.

Für ein kleineres Königreich zwischen zwei Krieg führenden Supermächten war die Lage schwierig. Abgar wollte sich nicht zu sehr exponieren, um nicht zwischen den Parteien aufgerieben zu werden. Nach Trajans Erfolgen in Armenien und Nordmesopotamien wurde es dann zunehmend schwierig für die lokalen Fürsten, sich neutral zu geben.

Arbandos, der Sohn des Abgar, vermittelte dann. Vermutlich kannten sich der Kaiser und der Prinz von Edessa bereits. Dass Trajan Knaben und schöne junge Männer mochte, hatte sich wahrscheinlich im ganzen Imperium und darüber hinaus herumgesprochen. Vielleicht hatte Abgar sogar im Wissen darum seinen Sohn als Gesandten zu ihm geschickt.

Die Vermittlung des Prinzen war jedenfalls erfolgreich. Abgar kam dem Kaiser im Jahr 114 entgegen, entschuldigte sich dafür, dass er zunächst nicht erschienen war, und er gab in Edessa ein Fest zu Ehren des Princeps, wo Arbandos auftrat und tanzte. Trajan war davon sehr angetan und erbat einen der beiden goldenen Ohrringe des Prinzen als Souvenir, da dieser ihn nicht im Feldzug begleiten würde. Warum eigentlich nicht? Wenn Trajan dies gewünscht hätte (und so hört es sich an), wäre es ungewöhnlich gewesen, wenn Arbandos ihm diesen Wunsch abgeschlagen hätte. Aber vielleicht gab es dringende Gründe für den Prinzen, am Hof seines Vaters zu bleiben.

Im Jahr 116 wechselte Abgar wieder die Seite, und Edessa wurde von den Römern zerstört. Doch auch deren Erfolg war nicht von Dauer. Hadrian musste sich zurückziehen und Osrhoene wurde wieder Klientelkönigreich der Parther. Was aus Arbandos wurde, ist nicht bekannt.

Trajan war damals schon über sechzig Jahre alt. Wie intim der Kontakt zwischen ihm und dem Prinzen war, ist nicht bekannt. Obwohl gut denkbar ist, dass die Geschichte, die sich offenbar als Gerücht verbreitete, ausgeschmückt wurde, wird sie einen wahren Kern gehabt haben. Der Prinz, der seine körperlichen Reize einsetzte, um seinen Vater und dessen Reich zu retten, muss über eine entsprechende Ausstrahlung verfügt haben. Man kann nur hoffen, dass er im Laufe der weiteren Ereignisse am Leben blieb.

Montag, 30. Januar 2023

Was geschah mit Parthamasiris?

Armenien war seit Augustus römisches Klientelkönigreich. Schon er hatte mit dem Gedanken gespielt, dort eine römische Provinz einzurichten, aber abschließend darauf bestanden, dass Rom den armenischen König einsetzte bzw. bestätigte. König wurde ein Verwandter des parthischen Großkönigs. Armenien war eine Art Pufferzone zwischen zwei Supermächten.

Sonntag, 15. Januar 2023

Auf Messers Schneide: Der Wendepunkt im Partherkrieg

Im Dakerkrieg Kaiser Trajans gab es kritische Momente. Schon damals waren die Kräfte des römischen Imperiums aufs Äußerste beansprucht. Dennoch endete eine lange Phase der Auseinandersetzungen zwischen Rom und Dakien mit einem Sieg der Römer; das Reich des Decebal wurde zerschlagen und Dakien wurde römische Provinz – eine der letzten großen Eroberungen Roms.

Sonntag, 20. November 2022

Die kritische Phase der Dakerkriege

Die Eroberung des Dakerreiches ist als einer der letzten großen außenpolitischen Erfolge des römischen Imperiums in die Geschichte eingegangen. Dass sie ein gewaltiger Kraftakt mit vielen Verlusten war, sollte auch erwähnt werden.

Samstag, 24. September 2022

Gräuelszenen an der Trajanssäule

Ich habe mich oft gefragt, ob Menschen in der Antike manche Grausamkeiten, die heute tiefes Entsetzen auslösen, anders empfanden. Waren öffentliche Hinrichtungen, Foltern von Gefangenen, brutale Strafen wie ad bestias – die Verurteilten wurden in der Arena von wilden Tieren zerrissen – und die Schrecken von Kriegen, auch Bürgerkriegen in gewisser Weise Normalität in der damaligen Zeit? Ich weiß keine sichere Antwort darauf, denke aber doch, dass man damals nicht zimperlich war. Der Tod gehörte mehr zum Alltag als heute.

Das Relief der Trajanssäule ist eine steinerne Chronik der beiden Kriege, die Kaiser Trajan zu Beginn des zweiten Jahrhunderts gegen das Dakerreich führte. Der erste Krieg endete mit einem Unentschieden, der zweite mit dem Tod des dakischen Königs und der Vernichtung seines Reiches. Die bildliche Darstellung ist durchdacht und ein Werk der Repräsentation. Aber es wird nichts beschönigt. Decebal und die Daker waren starke und ernstzunehmende Gegner, und so wollte sie der Kaiser auch dargestellt wissen. In einer Schlachtszene befindet sich Trajan vor einer Befestigung. Kämpfende Soldaten zeigen ihm die abgeschlagenen Köpfe der Feinde. Man hat jedoch den Eindruck, dass Trajan nicht besonders darauf achtet – er ist im Gespräch mit einem Begleiter und sein Blick geht in die Ferne. Er wird die Soldaten jedenfalls eher belobigt statt für ihre grausame Tat getadelt haben.

Sonntag, 18. September 2022

18. September: Geburtstag Kaiser Trajans

Heute ist der Geburtstag Kaiser Trajans. Wie bewerte ich den Kaiser heute? Jahrelang war ich mir sehr sicher darin. Nun, da die Welt komplett verrückt zu werden droht und eine Krise auf die andere folgt, bin ich wieder am Zweifeln. Aber so ist es: Geschichte wird immer wieder neu bewertet. Ich bin immer noch Pazifistin. Er, einer der Vorzeige-Monarchen in der Geschichte Roms, hat mehrere Kriege geführt und Leid, Tod, Zerstörung bis hin zu Auslöschung über mehrere Völker gebracht. Kann ich ihn unter diesen Umständen noch positiv sehen? Aus römischer Sicht gewiss. Aber der heutige Tag soll mir dennoch Anlass zu ehrendem Gedenken sein. Seine Verdienste habe ich in vielen Texten gewürdigt.

Sonntag, 29. August 2021

Neuer Blog: Leidenschaft Antike

Ich hatte es schon angedeutet, dass ich für neue Themen, die wenig mit Kaiser Trajan zu tun haben, einen neuen Blog eröffnen werde. "Leidenschaft Antike" ist nun online. Es gibt ein neues Buchprojekt und das war Anlass genug, eine neue Seite zu eröffnen. Deswegen ist "Im Banne des Besten" nicht geschlossen; es gibt ja auch hier einiges zu lesen und vielleicht kommt ja mal wieder der eine oder andere Text hinzu.

Aktiv werde ich aber in nächster Zeit im anderen Blog sein.

Montag, 12. Juli 2021

Sommerpause

Ich fülle über den Sommer den Blog nicht weiter, aber ich beschäftige mich dennoch mit historischen Themen. Sie gehen allerdings weit über das Thema "Trajan und seine Zeit" hinaus, so dass ich überlege, ob ich den Blog entweder umbenenne oder einen neuen eröffne - nach der Sommerpause. Ohnehin habe ich hier schon Texte gepostet, die mit dem "Optimus Princeps" wenig zu tun haben. Mir gehen zwei Romanprojekte im Kopf herum und ich merke, dass ich wieder etwas Längeres schreiben möchte. Der Zeitpunkt ist allerdings mehr als ungünstig dafür. Deswegen werde ich erst einmal Ideen und Material sammeln, Vieles lesen - für beide Projekte, denn es gibt thematische Verknüpfungen. Und ich meine, dabei wird auch der eine oder andere Blogtext entstehen.

Sonntag, 4. Juli 2021

Das römische Imperium unter Claudius

Im Jahr 48 ließ Claudius einen Zensus durchführen, eine Volkszählung, in der römische Bürger erfasst wurden. Das Ergebnis war beachtlich: es gab eine Million Bürger mehr als noch unter Augustus. Der Grund dafür waren Gründungen von Kolonien und Bürgerrechtsverleihungen an Provinziale. Claudius soll auch durchgesetzt haben, dass Hilfstruppensoldaten nach ihrer Entlassung aus dem Dienst das römische Bürgerrecht bekamen.

Sonntag, 27. Juni 2021

Claudius und Agrippina

Das bedeutendste außenpolitische Ereignis während der Regierung des Claudius war die Eroberung Britanniens. Der Kaiser unterstützte seinen Feldherrn Aulus Plautius und kam selbst auf die Insel, hielt sich aber nur 16 Tage dort auf und feierte danach einen Triumph. Es sollten sechs Jahre vergehen, bis die römische Provinz eingerichtet war. Den Siegernamen Britannicus nahm Claudius nicht an, sondern ließ ihn seinem Sohn übertragen, der noch ein Kind war.

Samstag, 19. Juni 2021

Claudius und Messalina

Als Claudius im Januar 41 römischer Kaiser wurde, war er schon fünfzig Jahre alt. Er, der keine Ämter im Staatsdienst bekleidet hatte, gelangte unerwartet an die Spitze des Imperiums. Mit ihm erweiterte sich das „Repertoire“ der Caesaren: Ein begnadeter Schauspieler, ein schwermütiger Einsiedler, ein Größenwahnsinniger und nun einer, der als schwachsinnig galt – kein Wunder, dass es Bedenken gegenüber Claudius gab. Aber die Garde hatte entschieden, und vielleicht hatten die Mörder Caligulas schon an Claudius als Nachfolger gedacht.

Samstag, 12. Juni 2021

Claudius - Jahre im Hintergrund

Er hieß mit vollständigem Namen Tiberius Claudius Nero Germanicus und wurde am 1. August des Jahres 10 v. Chr. In Lugdunum (Lyon) geboren. Sein Vater war Drusus, der ältere Bruder des Tiberius und Sohn der Livia Drusilla, seine Mutter war Antonia, Tochter des Marcus Antonius und der Octavia, Schwester des Kaisers Augustus. Claudius war der jüngere Bruder des beliebten Germanicus. Während Germanicus geradezu prädestiniert war für öffentliche Auftritte, traf das auf Claudius nicht zu. Er war leicht körperbehindert, ohne dass die Ursache bekannt ist.