Blog zum Roman " Im Banne des Besten" mit Informationen über die Blütezeit des Römischen Imperiums
Freitag, 25. September 2026
Kapitel 2: Fakten und Fiktion
Der Vater Kaiser Trajans kommandierte eine Legion im Jüdischen Krieg unter dem Kommando des späteren Kaisers Vespasian. Sein Sohn hat ihn höchstwahrscheinlich nicht in den Krieg begleitet; er war in diesem Zeitraum 14-16 Jahre alt und zu jung für ein Militärtribunat.
Der Vater nahm an der Eroberung Jerusalems nicht mehr teil. Die Gründe dafür (Krankheit, Verwundung, ein anderes Kommando oder Amt) sind nicht überliefert. Im Jahr 69, dem sogenannten Vierkaiserjahr, befand er sich vielleicht schon auf der Rückreise aus dem Osten.
Wo aber hielt sich der Sohn während der Abwesenheit des Vaters auf? Wir wissen es nicht. Salonius Matidius, Ehemann von Marciana, der Schwester Kaiser Trajans, stammte aus Vicetia (Vicenza). Ich fand den Gedanken reizvoll, ihn dort, in Gesellschaft der Schwester, in Norditalien sein zu lassen, in der Nähe des Bürgerkriegsgeschehens des Vierkaiserjahres 69, das ich versucht habe zu skizzieren. Aus Vicetia stammte Aulus Caecina Alienus, der die Armee des Vitellius kommandiert. Ob Vicetia bedroht war und ob Caecina den Ort schonte, ist nicht bekannt. Ich halte es aber für möglich. Die Ehefrau des Caecina hieß Salonina, doch eine Verwandtschaft mit Matidius ist nicht belegt. Vestricius Spurinna, der für Otho kämpfte, zog in Norditalien gegen Caecina. Spurinna war Freund der Kaiser Nerva und Trajan und väterlicher Freund Plinius des Jüngeren. Quelle für den Bürgerkrieg im Jahr 69 sind die Historien des Tacitus.
Licinius Sura war Quästor unter Vespasian und vor diesem ersten senatorischen Amt lag normalerweise ein Militärtribunat. Für Sura ist nichts überliefert: kein Tribunat in Mogontiacum (Mainz) unter Vocula, und auch von seiner Teilnahme am Zug über die Alpen ist nichts bekannt. Es wäre aber möglich, dass er in Germanien Tribun war, zumal er später Statthalter und/oder Legionslegat im Norden war: Legat der Gallia Belgica und der Germania inferior (dort vielleicht nur Legionslegat). Suras charakterliche Entwicklung ist fiktiv: außer einigen Stationen seiner Laufbahn ist nichts Persönliches bekannt. Er war einer der bedeutendsten Politiker seiner Zeit.
Auch über den Charakter Marcianas sind keine Details bekannt, außer, dass sie ihre öffentliche Rolle vorbildlich ausfüllte. Ihre Tochter Salonia Matidia war im Jahr 69 noch ein kleines Mädchen, eventuell sogar noch ein Baby. Beide Frauen waren in dynastischer Hinsicht hochbedeutend.
Als Kaiser Vespasian aus den Bürgerkriegen des Jahres 69 als Sieger hervorging, war der Vater Kaiser Trajans einer seiner engsten Unterstützer. Im Zeitraum 73/74 n. Chr. wurde er unter die Patrizier aufgenommen. Die Szene vor dem Triumphzug über die Juden, in der ein amtierender und drei zukünftige Kaiser beieinanderstehen, ist fiktiv. Kaiser Vespasian bevorzugte die Gärten des Sallust als seine Residenz in Rom. Plinius der Jüngere berichtet über seinen Onkel Plinius den Älteren, der wie Kaiser Vespasian in der Nacht arbeitete und um diese Zeit häufig bei ihm war.
Im Zeitraum 73/74 bis 76 war Marcus Ulpius Trajanus, Vater des späteren Kaisers, Statthalter von Syrien. In dieser Zeit muss es zu einem Konflikt mit den Parthern gekommen sein. Trajanus gelang es, diesen Konflikt diplomatisch zu lösen und einen Krieg zu verhindern. Genaueres ist nicht überliefert. Zur Belohnung wurden ihm die Triumphalabzeichen verliehen. In dieser Zeit diente der Sohn als Militärtribun in einer der vier Legionen, die in Syrien stationiert waren, und über die der Vater als Statthalter verfügte. Es ist nicht bekannt, welcher Legion er als senatorischer Tribun zugeordnet war. Die IV. Legion Scythica, stationiert in Zeugma, sicherte die Schiffsbrücke über den Euphrat. Zeugma war beliebt bei jungen senatorischen Tribunen, vor allem wegen der Nähe zur Provinzhauptstadt Antiochia. Die Garnisonen des Ostens waren berüchtigt für den Schlendrian, der dort immer wieder vorzuherrschen schien.
Von Lappius Maximus, der unter Domitian Statthalter von Niedergermanien war, ist kein Legionskommando in Samosata bekannt. Ich wollte aber so wenig Offiziere wie möglich erfinden. Ebenso ist es mit Pompejus Longinus, der im zweiten Dakerkrieg zum Helden wurde: ein Militärtribunat in Syrien ist nicht bekannt. Zu den ritterlichen Tribunen im Roman: Ich habe junge, später bekannte Ritter „eingesetzt“, um keine Tribunen erfinden zu müssen. Acilius Attianus und Attius Suburanus waren spätere Gardepräfekten Kaiser Trajans, Gavius Bassus wird von Plinius dem Jüngeren als Präfekt der pontischen Küste erwähnt. Der später erwähnte Calpurnius Macer war ein Freund von Plinius. Nur der Tribun Marcellus ist fiktiv.
Marcus Ulpius Jarhai war ein Karawanenführer aus Palmyra, der im zweiten Jahrhundert den Fernhandel bis zum Persischen Golf und weiter nach Indien unterstützte. Ihm wurden zahlreiche Ehrenstatuen errichtet. Er muss von Trajan das römische Bürgerrecht erhalten haben, doch ob die beiden sich persönlich begegneten, ist nicht überliefert.
Ich war nicht im Nahen Osten und habe mich mit Hilfe von Büchern informiert, vor allem in „Syrien zwischen Alexander und Mohammed“ von Horst Klengel.
Fiktiv ist die Familie um Gaius im Lagerdorf von Mogontiacum (Mainz). Ich habe versucht, typische oder zumindest nachvollziehbare Biografien zu beschreiben. Der römische Offizier Quintus Fulvius Clemens, Vater von Gaius, ist ebenfalls fiktiv.
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