Blog zum Roman " Im Banne des Besten" mit Informationen über die Blütezeit des Römischen Imperiums
Samstag, 24. Oktober 2026
Kapitel 4: Fakten und Fiktion
Am 1. Januar des Jahres 89 wurde Antoninus Saturninus in Obergermanien von seinen beiden Legionen zum Imperator ausgerufen. Die genauen Ursachen des Saturninus-Aufstandes lassen sich kaum noch rekonstruieren. Vorausgegangen war wohl eine persönliche Beleidigung des Statthalters durch Kaiser Domitian. Vielleicht befürchtete Saturninus, abberufen zu werden und in Ungnade zu fallen, und trat die Flucht nach vorne an. Er besaß weder das Sozialprestige, um Kaiser zu werden, noch hatte er wichtige Verbündete. Der Statthalter Niedergermaniens, Aulus Bucius Lappius Maximus, und seine beiden Legionen schlossen sich ihm nicht an. In der Nähe der Provinzgrenze wurde das obergermanische Heer vernichtet.
Zur Niederschlagung des Aufstandes ließ Domitian Truppen nach Germanien vorrücken, unter anderem den späteren Kaiser Trajan mit einer Legion aus Legio (León). Der Kaiser zog mit den Prätorianern nach Norden. Der Aufstand war bereits niedergeschlagen worden, und es folgten Strafen: Hinrichtungen und Umgruppierung von Einheiten bis hin zu Truppenverlegungen. Saturninus verfiel der Damnatio memoriae, der Tilgung seines Andenkens.
Unter den Kämpfen litt auch die Zivilbevölkerung; es gab erhebliche Schäden in den Siedlungen rund um das Legionslager in Mogontiacum. Der künftige Kaiser Trajan hatte sich durch sein schnelles Vorrücken die Anerkennung Domitians erworben. Im Jahr 91 wurde er mit dem Konsulat belohnt – relativ spät für einen Patrizier. Das spricht dafür, dass er zuvor nicht in der vollen Gunst des Kaisers stand.
Das zweistöckige Bordell des Crispus im Lagerdorf von Mogontiacum ist fiktiv. Als Vorbild diente ein ähnliches Bordell in Pompeji. Natürlich ist auch der Besuch Trajans dort fiktiv. Cynthia, die er dort trifft, ist eine fiktive Person.
Licinius Sura wurde im Jahr 92 schwer krank. Von seiner Genesung berichtet der Dichter Martial, der sein Klient war.
Die Ehefrau Suras ist fiktiv.
Schon Kaiser Vespasian ließ Philosophen aus Rom vertreiben. Es handelte sich um oppositionelle Stoiker. Unter Domitian gab es zwei weitere Vertreibungswellen. Einer der Vertriebenen war Dio von Prusa, der ein Freund der Kaiser Nerva und Trajan wurde.
Im Jahr 92 überfielen die Jazygen die römische Provinz Moesia und vernichteten die 21. Legion Rapax. Der Ort, an dem das geschah, ist nicht überliefert. Unterstützt wurden sie von den Sueben, zu denen die Quaden gehörten. Alle Quaden und Sarmaten im Roman sind fiktive Personen.
Jazygen und Daker kämpften zeitweise gemeinsam gegen Rom, aber es gab auch zwischen ihnen Interessenskonflikte.
Bis auf König Decebal und seinen Bruder Diegis, die historisch belegt sind, sind auch die Daker fiktive Personen.
Der spätere Kaiser Hadrian hielt sich im Teenager-Alter in Italica auf. Trajan als sein Vormund berief ihn von dort ab, weil er sich zu leidenschaftlich in Jagdabenteuer stürzte.
Die Szene, in der Kaiser Domitian vier Männer nachts zu sich in seinen neuen Palast befiehlt, ist fiktiv, aber es gibt ein überliefertes Vorbild: Cassius Dio berichtet von einem makaberen Gastmahl, zu dem Domitian spät am Abend (für damalige Verhältnisse in der Nacht) führende Senatoren und Ritter einlud. Der Raum war dunkel, die Möbel waren dunkel, die Sklaven, die bedienten, waren dunkel gekleidet. Vor jedem Gast lag eine Platte mit seinem Namen, die wie ein Grabstein aussah, und auch die servierten Gerichte entsprachen denen, die Geistern von Verstorbenen geopfert wurden. Alle Geladenen standen Ängste aus und rechneten damit, umgebracht zu werden. Als sie endlich nach Hause entlassen waren und aufatmeten, kamen zu ihnen Boten vom Kaiser, was sie erneut in Schrecken versetzte. Letztlich erhielten sie Geschenke. Auch Caligula hat Senatoren auf ähnliche Weise eingeschüchtert.
Publius Certus war ein berüchtigter Delator (Ankläger) unter Domitian.
Julius Ursus war Präfekt von Ägypten und Prätorianerpräfekt unter Domitian, fiel aber zeitweise in Ungnade.
Tacitus, der berühmte Geschichtsschreiber, war Senator unter Domitian.
Acilius Glabrio war im Jahr 91 ordentlicher Konsul, zusammen mit Trajan. Im Jahr 95 wurde er angeklagt und verbannt und bald danach auf Befehl Domitians hingerichtet.
Domitian wurde am 18. September des Jahres 96 ermordet. Der 18. September war der Geburtstag Trajans.
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