Blog zum Roman " Im Banne des Besten" mit Informationen über die Blütezeit des Römischen Imperiums
Freitag, 9. Oktober 2026
Kapitel 3: Fakten und Fiktion
Über Plotina, Trajans Gattin, ist nur sehr wenig bekannt. Sie war jünger als Trajan, aber wir wissen nicht, wie groß der Altersunterschied tatsächlich war. Es ist auch nicht bekannt, warum die Ehe kinderlos blieb. Überliefert ist, dass Plotina sehr gebildet war. Sie bekannte sich zur Philosophie Epikurs. Sie soll Trajan auch in politischen Fragen beraten haben und die Ehe war harmonisch. Ob Liebe im Spiel war, ist nicht bekannt und spielte bei einer arrangierten Ehe auch keine Rolle. Über das Leben Trajans und seiner Gattin vor seinem Aufstieg an die Spitze des Imperiums ist nichts bekannt. Ich habe versucht zu schildern, wie es vielleicht hätte sein können.
Plinius der Jüngere erwähnt, dass Trajan sehr lange Militärtribun war. Bekannt ist nur die Zeit in Syrien unter dem Kommando seines Vaters. Ein Aufenthalt in Germanien wird für möglich gehalten, aber es gibt keinen Beleg dafür.
Im Zeitraum 79-80 bzw. 80 – 81 verwaltete der Vater Kaiser Trajans als Prokonsul die Provinz Asia. Sein Sohn kann ihn dorthin als Legat begleitet haben. (Dazu Annette Nünnerich-Asmus. "Traian. Ein Kaiser der Superlative am Beginn einer Umbruchzeit?", darin: "Traian – Der Weg zum Kaisertum".) In diese Zeit fällt eine Brandkatastrophe in Rom. Unter Kaiser Titus wurde das flavische Amphitheater, das Kolosseum, eingeweiht.
Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 wurde von Plinius dem Jüngeren überliefert.
Der Rechtsstreit von Sura und Veeinto gegen Lucius Laberius Maximus ist fiktiv und soll nur demonstrieren, womit sich Aristokraten beschäftigten, wenn sie in Rom weilten. Im Jahr 83 war Laberius Präfekt von Ägypten, und er war der Vater von Manius Laberius Maximus, der im Ersten Dakerkrieg Trajans erfolgreich war.
Lucius Julius Ursus Servianus war ein Freund und Ratgeber Trajans. Stationen seiner frühen Laufbahn sind nicht bekannt. Auch seine Herkunft ist nicht belegt. Seine Gattin Paulina war eine Schwester des späteren Kaisers Hadrian. Servianus war ein väterlicher Freund und Gönner Plinius des Jüngeren, doch ihr gemeinsames Abendessen mit Trajan und Plotina ist fiktiv. Der erwähnte Corellius Rufus war ein bedeutender Politiker und Gönner des Plinius.
Ob Domitian bis zu dem Zeitpunkt, als sein neuer Palast fertiggestellt war, das Haus des Tiberius bewohnte, ist nicht sicher, aber wahrscheinlich. Neratius Priscus war ein bedeutender Jurist, Politiker und Freund Kaiser Trajans.
Trajan wurde im Jahr 84 Prätor, im Alter von 31 Jahren. Wie er zu den Kaisern Titus und Domitian stand, ist nicht bekannt. Er hat sich bestimmt loyal verhalten. Man kann Schlüsse daraus ziehen, was er von ihnen übernahm oder zu überbieten versuchte, und was er selbst als Kaiser vermied.
Das Lagerdorf von Mogontiacum (Mainz) bestand aus mehreren kleinen Siedlungen rund um das Legionslager auf dem Kästrich, von dem so gut wie nichts erhalten ist. Informationen und Karten fand ich in „Mogontiacum“ von Karl Heinz Esser, Sonderdruck der Bonner Jahrbücher.
Die Personen, die ich im Umfeld des Lagers angesiedelt habe, sind durchweg fiktiv. Ich habe versucht, die Verhältnisse darzustellen, die wohl ähnlich wie im Wilden Westen waren. Doch es gab im Umfeld eines solchen Lagers auch viele Menschen, die aufstiegen, Vermögen erwarben, Karriere machten und in einigen Fällen auch das römische Bürgerrecht erhielten.
Kaiser Domitian ließ die beiden Provinzen Germania Inferior und Germania Superior einrichten. Administratives und militärisches Zentrum von Obergermanien war Mogontiacum, allerdings war das keine Stadt. In die Zeit der Flavier fallen umfangreiche Bauarbeiten. Unter Vespasian wurde eine feste Rheinbrücke gebaut, die am anderen Ufer durch ein Brückenkopfkastell gesichert war. Höchstwahrscheinlich gab es im oder am Rande des Legionslagers ein Prätorium, einen Statthaltersitz. Über dessen Lage gibt es mehrere Hypothesen.
Der Einfluss Roms endete nicht am Rhein. Germanen trieben Handel mit dem Imperium, versorgten das Heer und stellten Soldaten für die Hilfstruppen. Manche Germanenstämme (Hermunduren, Chatten, aber auch Bataver) lieferten Rinder und Pferde für den Bedarf der Römer. Sie passten sich deren Bedarf an, indem sie größere, den römischen Züchtungen ähnliche Tiere züchteten. Julius, der Onkel von Gaius, eine fiktive Figur, ist trotz des germanischen Ursprungs seiner Familie ein Römer.
Aquae Mattiacorum, das heutige Wiesbaden, war im ersten Jahrhundert eher ein römischer als germanischer Ort.
Colonia Agrippinensis – Köln – war Provinzhauptstadt von Niedergermanien. Darüber gibt es verschiedene Literatur, unter anderem Helmut Signon: „Die Römer in Köln“.
Der sarmatische Stamm der Jazygen hatte sich im ersten Jahrhundert in der pannonischen Ebene jenseits der Donau niedergelassen. Dieses Reiternomadenvolk stammte ursprünglich aus Asien, war aber durch Druck anderer Völker nach Europa eingewandert. Die Jazygen hatten gute Beziehungen zu den Quaden (Donausueben), doch mit den Dakern gab es regelmäßig Probleme, weil sie Gebiete der Jazygen für sich beanspruchten. Ein anderer sarmatischer Stamm, die Roxolanen, kämpfte zusammen mit den Dakern. Die Römer sahen in den Jazygen potentielle Bundesgenossen, benutzten sie aber auch, um unter den Völkern jenseits der Donau Zwietracht zu säen. Über die Lebensweise der Steppennomaden habe ich mich unter anderem im Ausstellungskatalog „Königsgräber der Skythen“ informiert.
Die Jazygen um Timea, ihren Vater, ihre Mutter und Brüder sind durchweg fiktive Personen. Belegt ist Susagus, Anführer der Roxolanen. Bei den Steppennomaden hatten die Frauen mehr Freiheiten als bei den Römern. Sie besaßen Waffen und unterstützten die Männer im Kampf.
Der dakische König Diurpaneus startete um das Jahr 85 einen Angriff auf die römische Provinz Moesia; der Statthalter fand den Tod. Schon in der Vergangenheit hatte es dakische Raubzüge in römisches Gebiet gegeben, so dass Domitian die Angreifer erst aus der Provinz vertreiben ließ und anschließend eine Strafexpedition startete.
Einer der erfolgreichsten Offiziere in den Donaukriegen Kaiser Domitians war Marcus Cornelius Nigrinus Curiatius Maternus. Im Jahr 83 wurde er Konsul. Der spätere Kaiser Trajan war mit seinem Legionskommando in Spanien auf einen unbedeutenden Posten versetzt worden. Ob Plotina ihn nach Legio (León) begleitete, ist nicht bekannt. Auch der Erwerb eines Grundstücks dort ist fiktiv.
Quintus Sosius Senecio war ein bedeutender Politiker und Offizier der trajanischen Zeit. Er war ein Freund Hadrians und des jüngeren Plinius. Von einem Militärtribunat in Spanien unter Trajan ist nichts bekannt. Aulus Cornelius Palma war ein Freund Trajans und bedeutender Mann jener Zeit. Sein Kommando in Spanien und seinen Unfall habe ich erfunden. Senecio und Palma waren im Jahr 99 ordentliche Konsuln.
Antonius Saturninus war in den 80er Jahren Statthalter von Obergermanien. Im Januar des Jahres 89 empörte er sich gegen Kaiser Domitian und wurde von seinen beiden Legionen zum Imperator ausgerufen. Er wurde vom niedergermanischen Heer besiegt. Beim heutigen Mainz Weisenau befand sich ein Hilfstruppenlager.
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