Blog zum Roman " Im Banne des Besten" mit Informationen über die Blütezeit des Römischen Imperiums
Freitag, 6. November 2026
Kapitel 5: Fakten und Fiktion
Die Laufbahn des Protagonisten Gaius Rufinus – erst Alenreiter, dann kurzzeitig Legionsreiter und als solcher ausgesandt, um den Statthalter (Trajan) zu eskortieren – sollte, obwohl er eine fiktive Person ist, einigermaßen schlüssig sein.
Traian übernahm die Gardereiter, equites singulares augusti, entweder von Domitian oder er ließ die Truppe neu aufstellen. Es waren Hilfstruppenreiter, die unter die Gardereiter aufgenommen wurden. Somit wäre der Aufenthalt des Kaisers in Germanien, ehe er nach Rom reiste, der passende Zeitpunkt für die Aufstellung der Truppe. Viele Ulpii sind unter ihnen nachgewiesen. Die Gardereiter erhielten entweder bei Aufnahme in die Truppe oder kurz danach das römische Bürgerrecht. Dazu Michael Alexander Speidel: Die Equites Singulares Augusti, Begleittruppe der römischen Kaiser des zweiten und dritten Jahrhunderts. Gaius ist kein Ulpius, weil er schon unter Kaiser Nerva, bei Aufnahme in die Legionsreiterei, das römische Bürgerrecht erhielt. Trajan kann seine Leibwächter – Singulares, über die er als Statthalter verfügte – in die berittene Garde übernommen haben. Es ist nicht belegt, dass die Gardereiter an der Überwältigung der Prätorianer unter dem Präfekten Aelianus beteiligt waren, aber es wäre naheliegend. Aelianus wurde zum Tode verurteilt, nachdem er und seine Wachen Kaiser Nerva bedroht hatten.
Zu dem Übergang der Herrschaft von Nerva auf Trajan: Annette Nünnerich-Asmus: „Traian. Ein Kaiser der Superlative am Beginn einer Umbruchzeit?", darin: Traian – Der Weg zum Kaisertum, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2002, ISBN 3-8053-2780-3
In diesem Kapitel werden auch die Personen namentlich genannt, die Trajan bei seinem Aufstieg zum Kaiser unterstützten. Ebenso erwähnt wird Marcus Cornelius Nigrinus Curiatius Maternus, der als Konkurrent Trajans angesehen wurde und sich nicht durchsetzen konnte. Wie sich Pompeius Longinus, Feldherr Trajans im Zweiten Dakerkrieg, in jener Phase verhielt, als er Statthalter in Pannonien war, ist nicht überliefert.
Die Angaben zu Hadrians Familie, die Tatsache, dass Trajan sein Vormund wurde, sein Aufenthalt als junger Mann in Italica und seine Aktivitäten rund um Trajans Adoption und seine Nachfolge nach Nervas Tod sind in der Hadrian-Biografie der Historia Augusta überliefert. Ich wollte der Anekdote, wonach Servianus verhindern wollte, dass Hadrian seinem Boten zu Trajan zuvorkam, nicht zu viel Gewicht verleihen. Servianus war Schwager Hadrians. Eine gewisse Konkurrenzsituation und Animositäten zwischen ihnen halte ich aber auch für möglich.
Die Friseurinnen und persönlichen Bediensteten Plotinas im Roman sind fiktiv. Informationen habe ich „Frauenwelten in der Antike“ entnommen.
Ebenso fiktiv sind die Pferde Trajans, uns wurde kein Name überliefert. Maureen Caroll schreibt in „Römer, Kelten und Germanen – Leben in den germanischen Provinzen Roms“, dass in den germanischen Provinzen auch größere Pferde nach römischem Geschmack gezüchtet wurden (entsprechende Rassen wurden eingekreuzt).
Die Übergabe des Schwertes und die Worte Trajans an den Gardepräfekten Sextus Attius Suburanus Aemilianus sind bei Cassius Dio überliefert. Auch Plinius der Jüngere bezieht sich auf diese Szene im Panegyrikus.
Timea ist eine fiktive Person und ihr Verhältnis zu Decebal und Diegis habe ich erfunden.
Trajans Reise nach Rom erfolgte durch die Provinzen entlang von Rhein und Donau. Er wollte die Soldaten für sich gewinnen, verblieb auch in ihrem Schutz und wahrscheinlich wurden an der Donaufront bereits erste Vorbereitungen für die Dakerkriege getroffen.
Naheliegend ist auch, dass die Truppen unter der Beobachtung des neuen Kaisers Übungen und Manöver durchführten. Reiterfestspiele in Aquincum sind nicht belegt. Inspirieren ließ ich mich vom Reitertraktat des Arrian im Anhang von Marcus Junkelmanns „Die Reiter Roms“ Teil II. Alle drei Bände sind zum Thema Pferde aufschlussreich und empfehlenswert.
Der relativ bescheidene Einzug Trajans in Rom ist im Panegyrikus von Plinius dem Jüngeren überliefert. Cassius Dio überliefert die Worte, die Plotina sprach, ehe sie den kaiserlichen Palast betrat.
Ulpia Marciana, die Schwester Trajans, lebte ebenso wie Plotina im Palast, was ebenfalls im Panegyrikus überliefert ist. Sämtliche Details zu ihrer Persönlichkeit sind fiktiv, abgesehen von ihren Porträts. Über ihre Tochter Matidia und deren Töchter Mindia Matidia und Sabina: Hildegard Temporini „Die Frauen am Hofe Trajans“ und „Die Kaiserinnen Roms“. Die jüngere Matidia war wohl nie verheiratet und hat dynastisch keine Rolle gespielt. Der Grund dafür ist nicht überliefert. Ob sie charakterlich oder ihrem Aussehen nach dafür nicht geeignet war, ist ebenfalls nicht bekannt. Sie war sehr vermögend und setzte ihr Vermögen auch für Spenden ein.
Crito, der Leibarzt Kaiser Trajans, ist in einer Inschrift in Ephesos erwähnt. Auch Galen erwähnt Crito.
Plinius erwähnt im Panegyrikus Trajans leiblichen Vater als „nahe bei den Sternen“, woraus man schließen kann, dass er im September des Jahres 100 bereits verstorben war.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen